» Die Auskunft der Zettel über das Denken, das in der Arbeit geborgen sein kann.

Es könnte noch ein Erbe der Antike sein, unsere mangelnde Vorstellung von Raum.
Nach Oswald Spengler hatte die Antike ein völlig anderes Verständnis, oder so gut wie keines, in unserem Sinne, von Raum, und sie hatte noch nicht mal ein eigenes Wort dazu.
Vielleicht liegt da der Grund dafür, dass in der Bildenden Kunst, wie im Bewusstsein der Zeitgenossen, die spektakulären Erkenntnisse der neuen Physik in Bezug auf das Phänomen Raum noch gar nicht angekommen sind.
Diese Erkenntnisse müssten aber die Basis für die neue Landschaftsmalerei und die neue Plastik bilden, denn sie gehören zu unserem Wissensstand und haben unsere Vorstellungen vom Kosmos kopernikanisch verändert.

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» Zur Ausstellung im Arboretum Melzingen

» Bilderflut

» Ursache Raum

» Der Raum bei Platon (von Gosztonyi)

 

Die Auskunft der Zettel über das Denken, das in der Arbeit geborgen sein kann.

Ein uraltes Wissen vom Raum scheint es gegeben zu haben.

Laotse muß dieses Wissen noch gekannt haben. Er sagte, daß die Schlucht oder das Tal
nicht die Wände seien rechts und links, oder die Berge zu den Seiten, sondern das
dazwischen, das sei die eigentliche Schlucht oder das Tal, --- der Raum nämlich.

Parmenides bestritt die Existenz von Zeit und Raum in der kosmischen, absoluten,
aber für den Menschen nicht erkennbaren Wirklichkeit. Sie erscheinen nur uns Irdischen in dieser Form.

Mit dem Raum, den er leugnete, kennzeichnete er den sogenannten Leerraum, das Schreckliche,
das kein Sein hat. Eine Vorstellung, die später zum Begriff des horror vacui wurde.

Der Raum ist für Parmenides nicht das Leere, das Nichts und damit das schlechthin Bedrohliche,
der Raum hat für ihn Sein, gleichgestellt mit der anfaßbaren Welt.

Es gibt für ihn nur Sein und nie das Nichtsein,
und dieses Sein hat für ihn die Eigenschaft des Unvergänglichen.

Um dieses Denken kreist seither immerhin die ganze abendländische Philosophie.

Es gibt eine erstaunliche und weitreichende Begegnung zwischen dem vorsokratischen Denken, der
Philosophie des 6. Jahrhunderts v. und den Erkenntnissen der neuen Physik.
Aus dieser neuen Physik kennen wir heute den Begriff des gekrümmten Raumes.
Hier wird das Phänomen Raum ganz deutlich existenziell und funktional behandelt;
es wird zu einer Realität mit der gearbeitet wird, wie mit den Fakten der atomaren Materie.

Das Nichts kann aber nicht gekrümmt sein, würde Parmenides argumentieren.

Das Sein bei Parmenides ist immer das Unzerstörbare, das Unvergängliche.

Angesichts der tiefen essentiellen Bedrohtheit des Menschen in einer offensichtlich
für ihn unvollkommenen Schöpfung, muß er dringend das Unvergängliche denken.

Wie das Licht und die subatomaren Einheiten der Materie von erwiesener Doppelnatur sind,
der Natur der Welle und der Natur der Teilchen, - sie können sich nämlich auf diese oder auf jene Art zeigen,
- so kennt auch das Sein die Weise des anscheinend Vergänglichen, des Fließenden.

Jedoch als Sein hat es immer den Charakter des Unvergänglichen, des Unzerstörbaren, des Ewigen.

Diese Doppelnatur ist zweifellos ein fundamentaler Aspekt im ganzen Kosmos.

Obwohl wir Masse immer noch als festen Körper sehen und empfinden,
ist sie für unser Wissen doch eine reine Energieform.

Raum ist, wie Antimaterie, eine Energieform von entgegengesetzter Ladung, das energetisch Andere.

Die vom Menschen erlebte Landschaft, ist eine vom Menschen erlebte Form des Raumes.

Soweit Raum eine Energieform ist, assoziieren wir Energie immer mit Dynamik,
mit dynamischer Struktur, mit Prozeß und Geschehen.

Bei diesem Verständnis von Physik und den erkannten Phänomenen des Raumes, ist es nur zwangsläufig,
daß Landschaft zum zentralen Thema in der Kunst, in der Plastik und in der Malerei wird.

Die Landschaft, die Heimat des Menschen, die er sich erobert als Lebensraum,
in der er sich weit ausbreitet, oder auch Distanz verschafft, in der er sich verkriechen und verbergen kann,
ist Thema der Kunst, dieser Malerei und dieser Plastik.

Diese Sicht der Landschaft als eines Raum-Energiefeldes, wie man Landschaft heute eigentlich nur Hoch sehen kann,
das ist das große unerforschte Neuland in der Bildenden Kunst.

Dabei wird Raum als eine Energieform in der Landschaft sichtbar
und Landschaft wird zu einer menschlichen Energieform des Kosmos.

In der Malerei werden die Energien meiner Emotionen zu den Energien des Raumes,
der am Anfang eine Erlebnisbegegnung war, alles ausgelöst und mich verwandelt hat,
verwandelt in die Wirklichkeit meiner Existenz und meines Soseins.

Aber bei aller Energie und Dramatik ist die Landschaft auch die ungeheuer große Stille,
wenn sie oft gelassen oder wie in großer Spannung den Atem anhält.

Schließlich der Induktionsstrom von Erfahrung und Geschichte,
und es drängen sich die Figurationen und die Bilder in das Denken:

Am Anfang steht die prähistorische, europäische Tradition der Säule.
Das Aufgerichtete, gleich der Gewißheit und der Vorstellung von der kosmischen Ordnung,
- wie das Aufrichten selbst, das anthrogenetische Ursprungsmotiv. Wo der Mensch aufrichtet, da behauptet er sich,
das Maß und die Lebenskraft der Welt; das Aufgerichtete als das Zeichen der Selbstbehauptung.

Den geologischen Fels-Berg, den von der Raumkraft geschliffenen, empfindet er als das schon Aufgerichtete,
das Hochaufragende, als Ersatz und Vergleich für seine eigenvollzogene Aufrichtung.

Aber vor allem und in erster Linie zeigt der Berg immer den Anfang eines weiten oder engenden Tales.

Das Tal, empfunden als die morphologische Schichtung, in die der Raum eingedrungen ist,
als die Tiefung, die unter dem Druck, der Wucht des Raumes gehöhlt, gefräst, ja gestanzt wurde.

Der Raum als Energie, das ist das Eindringende und es werden das Tal,
die Schlucht für den Menschen das Bedrohliche, je enger sie sind - das Engende.

So kann die Schlucht zum anthropologischen Zeichen werden und irgendwann vorrangig
zum konstitutiven Motiv, denn sie kann für uns Menschen auch das Bergende sein, zum Bergenden werden,
zum Schutz und zur Sicherheit im Ziel der zeitkritischen Flucht.

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Zur Ausstellung im Arboretum Melzingen

Der Titel der Plastiken-Ausstellung lautete: Atlantis, oder die Forderung des Raumes.

Wierderholt kamen Fragen von aufmerksamen und interessierten Beobachtern zum gedanklichen Zusammenhang beider Begriffe.

Die Erwähnung von Atlantis wurde gewählt, um die Herkunft der Säule aufzuzeigen, der vorherrschenden Figuration der aufgestellten Arbeiten.

Für mich lag Platons Atlantis hier im "Norden", und wir leben im direkten Hinterland dazu.
Die Landschaften meiner Plastiken, die Bilder und Texte sprechen von meinem erlebten Verhältnis zu diesem uralten Land.

Die Säule hatte, so beschreibt Platon in seiner Schilderung dieser Kultur, eine zentrale kultische Bedeutung, die, so wissen wir heute, schon eine lange Vergangenheit hatte und eine nachfolgende Zukunft.

Meine Säulen knüpfen zwar, wie gute Erinnerungen, hier an, aber sie haben andere Prämissen, nämlich vordringlich unser heutiges Bewußtsein des Raumes.

Die Säule wird zum landschaftlichen Motiv des Aufgerichteten, des Berges, der immer aus dem Tal erwächst und sich stark gegen den Druck des Raumes behaupten muß.

Es wachsen gleichsam Gestalt und Formen einer Landschaft, und damit die Gestalt und die Formen einer Plastik, im unmittelbaren Einfluß und in der Herausforderung.

Der Raum als Energie, das ist das Eindringende und es werden das Tal, die Schlucht für den Menschen das Bedrohliche, je enger sie sind - das Engende.

So sollen Motivation, Herkunft des Denkens und künstlerisches Programm in diesem Ausstellungstitel vereint und erkennbar sein.

 

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Bilderflut

Es ist wahrscheinlich ein großer Irrtum, an die vielbeschworene Bilderflut
zu glauben, die es meiner Ansicht nach überhaupt nicht gibt.

Wirkliche Bilder sind äußerst selten.

Man muß unterscheiden zwischen Bildern und Informationsfotos.
Ein wirkliches Bild ist dem Zeichen näher als dem Abbild.

Was wirkliche Bilder sind, Bilder in einem archetypischen Sinne, das
registrieren wir oft erst nach einer längeren Zeit der Erinnerung.

Die Fotografie ist meiner Meinung nach in der Lage die eine Dimension der
Wirklichkeit festzuhalten: die der optischen Erscheinung.

In ihr kann sich sehr wohl das ganze Geheimnis dieser Wirklichkeit spiegeln,
ihre ganze unerkannte Bedeutung.
Spiegeln heißt hier:
ahnen lassen oder aufleuchten lassen, aber auch sichtbar machen.

Sie kann das spiegeln, was sonst nur die Malerei sichtbar machen kann.

Die Fotografie ist von unerbittlicher Treue der Erscheinung gegenüber, von
einer Genauigkeit, die leicht schon wieder verbirgt, mit der ganzen Breite
des Sichtbaren, die oft wie ein schillernder Mantel über dem Geheimnis, über
der magischen Kraft der Realität liegt.

Deshalb bedarf die Fotografie auch der Manipulation, entweder mit dem Licht
vor der Aufnahme, oder bei der Belichtung des Negativs in der Dunkelkammer;
das ist immer eine Gestaltung.

So entstehen wirkliche Bilder, Bilder,die Urbilder sein können, die nichts
erzählen, nicht narrativen Charakters sind, die nur die geschaute
Wirlichkeit geben, die gesehene Realität zeigen in ihrer unergründeten ,
fremden Ferne.
Sie können ganz vom Charakter einer Wirklichkeit sein, die
sich im Grunde verbirgt, die dichter, komplexer, geheimnisstarker und
ungeheurer Natur ist.
Wirkliche Bilder sind von der Dimension, die dieSprache nicht erreicht,
oder anders gesagt, die Sprache kommt an Bilder nie heran!

Archetypische Bilder sind allgemeiner Natur, aber vielleicht hat jeder
Mensch seine eigenen Urbilder, er muß sie nur sehen lernen. .

Für mich entstehen Fotos als Begegnungen meist in der Landschaft, die dann
früher oder später in Malerei oder in die Plastik drängen und manchmal
entstehen wirkliche Bilder daraus!

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Ursache Raum

 

Bilder und Plastiken zum großen Thema Landschaft, einer Landschaft, die in dieser Auffassung das Ergebnis von Energien ist.


Ein Kontinuum, ein Energiekontinuum vom Eindringen und Ausbreiten des gewaltigen Raumes, eine Wechselwirkung physikalischer Abläufe, von Druck und Gegendruck, Druck des Raumes und Gegendruck der Erde, ein Wechsel von Ruhe und Eruption, von Atemanhalten und Erregung, und nicht zuletzt der Sturm oder die Gelassenheit menschlicher Empfindung.


In diesem speziellen Gefühl für die Landschaft gestalten Energien wie selbstläufig das Tafelbild und die Skulptur.


Gesehene, erkannte und unsichtbare physikalische Energien sowohl, als auch die Emotionen, die im Menschen beim Anblick einer Landschaft ausgelöst werden, schaffen ein Bild oder eine Plastik.


Es ist nicht eine heftige Kunst, es ist eine heftige physikalische Natur, die hier arbeitet.


Landschaft in der dreidimensionalen Plastik, das ist nicht möglich ohne die ganze Aufmerksamkeit fur dieses Phänomen des Raumes. Der Raum , die Raumenergie, die Raumkraft, die Raumwucht, der Raumdruck, sie hobeln das Tal aus. Das ist die Empfindung, die dahinter steht.


Stoff und Raum als konkurrierende Partner im Energiekontinuum des Kosmos!


Und die Schlucht als reiner Minimalismus, ohne irgendeine Form von Metaphysik oder Esoterik, rein ontologisch.. Hier der Raum und da die Erde.


Es ist die Bezeichnung der minimalsten Basis im Sinne einer ontologischen Evidenz.


Die vordergründigsten Aspekte in der Raumbeobachtung sind die der entstehenden Beziehungen der Gegenstände in einem Raum. Es entstehen Spannungen, ja gewissermaßen Aufladungen, Geschehnisse, die sich ereignen.Zum Beispiel, die Neigung einer Wand zu einer anderen oder zum Horizont. Spannungen, die sich bilden innerhalb zweier Gegenstände oder dieser zur Umgebung. Das sind Erscheinungen, mit deren Relevanz wir ständig umgehen und die dieser Raum-thematik zuzuordnen sind....

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Der Raum bei Platon (von Gosztonyi)

[Anfang des Zitats] Bei Platon besteht der Raum (chora) neben dem Seienden und dem Werden als das Dritte bereits vor der Entstehung der Welt. Er ist - wie das wahre Sein - keiner Vernichtung zugänglich. Er gewährt - wie eine Art Mutterschoß dem Entstehen eine Stätte. Da der Raum selbst nicht die Erscheinungsweise der Dinge und nicht ihre Köperlichkeit ist, sondern vielmehr die ontologische Grundlage derselben, ist er nicht wahrnehmbar, sondern nur durch einen "unechten Schluß" erfaßbar. (Tim.,52b) Platon fügt zu dieser Feststellung hinzu: "Dies ist eine starke Zumutung an unseren Glauben (ebd) und bezeichnet den Raum als eine "schwer faßbare und denkbar Gattung". (Tim., 49a)

Der Raum als Urgrund, - als reale "ontologische" Möglichkeit der Erscheinungswelt vor der Entstehung der Welt, - muß man von der räumlichen Realität der Welt streng unterscheiden. Nur letztere ist näheren Bestimmungen zugänglich.

Dem realisierten (kosmischen) Raum schreibt Platon sogar die Tendenz zu, sich in sich zusammenzuziehen. Nachdem nämlich der Umfang des Alls, also der Urraum,- sie umfassend - die Dinge in sich aufgenommen hat, übt er infolge der Kugelgestalt des realisierten Raumes und seiner natürlichen Tendenz, sich in sich zusammenzuziehen, auf alles einen Druck aus, so daß kein Leeres, kein leerer Raum, in ihm bestehen kann.(Tim.,58a) Auf diese Weise wird das Leere (das es ja nicht gibt) nicht ausgefüllt - sondern es entsteht eine Verdrängung bzw. Bewegung, ein ewiger Kreislauf der Bewegung, da es kein Leeres gibt, in dem der Stoß neutralisiert werden könnte. (Tim.,79b)

Nach Platons Auffassung gibt es keinen leeren Raum in der Erscheinungswelt. Der Raum als Urgrund ist zwar wie ein "Mutterschoß", der die Abbilder aufnehmen kann, doch er ist als "Amme des Werdens" eine reine "ontologische" Potentialität, so daß er mit dem konkreten leeren Raum (etwa im Sinne der Atomisten) nicht gleichgesetzt werden darf. Hier wird der eleatische Einfluß ganz deutlich!

Platons Raumtheorie beruht auf manchen Einsichten, die modern anmuten.

1. Jene Struktur, die allem Materiellen zugrunde liegt, ist selbst unmateriell, sie besteht vielmehr aus rein formalen, nur mathematisch bzw. - bei Platon - geometrisch formulierbaren Struktureigenschaften - eine Ansicht, die in der heutigen Physik der Elementarteilchen wiederkehrt (vgl. Heisenbergs Hinweis auf Platon).

2.Die Räumlichkeit der Materie wird infolgedessen ebenfalls durch etwas Unmaterielles - man könnte sagen: durch " eine geistige Matrix " - ermöglicht. Bei Platon entspricht einer solchen "geistigen Matrix" das Relationssystem regulärer Körper, dessen Zusammenhänge in den mathematischen Beziehungen der sie bildenden Dreiecke ("Urdreiecke") zum Ausdruck kommen.

3. Der Realraum der Erscheinungswelt bzw. das Räumliche einerseits und die Materie andererseits sind Realisierungen einer potentiellen Größe, die weder räumlich noch materiell ist. In der modernen Ontologie spricht man von einer "Seinskraft", die sich in der räumlich-materiellen Welt verwirklicht und dadurch zur Erscheinung gelangt (vgl. Conrad-Martius), bei Platon ist es der ursprüngliche Raum, die "Amme des Werdens", der - ebenfalls als eine potentielle Größe - vorausgesetzt werden muß, damit die 2 Ideen in ihren Abbildern zur Erscheinung gelangen....

4.Wie in der modernen Ontologie besitzt das Unräumliche, das eigentlich nur Potentielle, nämlich die sich stets realisierende "Seinskraft" auch bei Platon eine "höhere" Realität: Die Ideen - und nicht die Realität der räumlich-materiellen Welt - sind im eigentlichen Seinszustand - .....

Max Jammer stellt in seiner gründlichen Untersuchung der "Probleme des Raumes" fest: Jede mathematische Theorie der Raumstruktur steht gegenwärtig vor unlösbaren Problemen. Wheeler nennt es die größte Krise in der Physik aller Zeiten. Denn die heutige Physik wird dadurch vor ein Rätsel gestellt, zu dessen Lösung sie nicht den geringsten Anhaltspunkt besitzt.

Die zeitgenössische Physik führt, wenn die Quantenfeldtheorie es noch bestätigt, zu der Konsequenz, daß Materie (in ihren Erscheinungsformen als Welle bzw. Strahlung und Masse) und Raum die zwei eng verbundenen Äußerungsweisen der Energie sind. Die Energie kann sich materiell nur äußern,d.h. in Erscheinung treten, wenn sie den zu ihrem Erscheinen - zu ihrer Wirkung - nötigen Raum erschafft.

......weil beide eine gemeinsame Wurzel (= die Energie) haben. Daß sie sich gegenseitig bedingen, ist möglich, weil sie die zwei Seiten derselben Größe sind.

..... Das Primat kommt weder dem Raum noch der Materie zu, ihrem Wechselverhältnis

... liegt der Energiebegriff zugrunde.

.... Die Frage nach der Existenz des Raumes ist ebenfalls auf die Frage nach der Existenz der Enegie zurückführbar, man muß sich dabei nur vor Augen halten, daß diese Zurückführung einem Verschieben des Problems gleichkommt und keine Antwort bedeutet. Eine Antwort darauf kann man von der Physik her kaum geben.

....Die Möglichkeit, Materie als Erschinungsform der Energie aufzufassen, führt zur Hypothese, daß nicht nur die Materie, sondern auch der Raum eine besondere Erscheinungsweise - genauer eine Wirkungsweise - der Energie ist. Diese Hypothese wird durch den engen Zusammenhang zwischen Raum und Materie nahegelegt.

Für den Raum im Mikrokosmos gilt: Den Raum kann man nicht veranschaulichen, nur die Relationen in ihm. d) Räumliche Beziehungen sind auch im atomaren Bereich Ausdruck von Verhältnissen und Stufen des Energieniveaus, sie sind darum mit den Energieverhältnissen engstens verknüpft. Sie können als Erscheinungsform der Energie aufgefaßt werden, in diesem Fall gilt der Raum als Wirkungsraum.

Auf Grund dieser letztgenannten These läßt sich folgendes sagen: Die letzten Bausteine der Materie sind immateriell. Sie treten als Energie- bzw. als räumliche Verhältnisse in "Erscheinung", wobei ihr "Erscheinen" auf der untersten Stufe(im "Wesen") unanschaulich ist und nur im Experiment anschaulich gemacht wird. Dazu Heisenberg: " Die kleinsten Einheiten der Materie sind tatsächlich nicht physika= lische Objekte im gewöhnlichen Sinn des Wortes; sie sind Formen, Strukturen oder - im Sinne Platons - Ideen, über die man unzweideutig nur in der Sprache der Mathematik sprechen kann". Sobald nun diese "Formen, Strukturen" bzw. "Ideen" in irgendeiner Weise in "Erscheinung" treten und - z.B. mathematisch - habhaft werden, werden sie als materielle bzw. als räumliche Gebilde verstanden. Man kann daher etwas pointiert behaupten, daß der Raum neben der Materie eine Erscheinungsform jenes unmateriellen "Wesens" ist. In einer ersten Annäherung kann man dieses "Wesen" als "Energie" umschreiben.

Diese hypothetische Auffassung des Raumes kann für den ganzen Raum - auch für den des Medio- und des Makrokosmos - verallgemeinert werden: Raum gilt dann als eine von beiden möglichen Erscheinungsformen der Energie, Materie als die andere.

Es ist aber festzuhalten,daß der hier gebrauchte Begriff eine physikalisch - noch nicht (?) - faßbare Energie meint, welche in den bekannten physikalischen Formen oder als Masse in Erscheinung tritt und Raum entstehen läßt. [Ende des Zitats]

Eines scheint für mich persönlich gesichert: Wenn ich die Raumaspekte in meine Wahrnehmung, in mein Bewußtsein aufnehme, kann ich ihnen nicht mehr entgehen, sehe ich die Welt anders als vorher. Das hat für mich und insbesonders für meine Arbeit schon lange gravierende Folgen!

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